Parodontologie

Ein schönes Lächeln besteht nicht nur aus schönen, gesunden Zähnen, sondern auch aus gesundem Zahnhalteapparat, der sie umgibt.

Die Parodontologie ist ein Bereich der Zahnmedizin, der sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontopathien) und der Mundschleimhaut befasst.

Ein gesundes Parodontalgewebe ist Voraussetzung für den Erhalt der Zähne in den Alveolen. Es besteht aus: Alveolarknochen, Zahnhalteapparat, Wurzelzement und Zahnfleisch.

Symptome von Parodontalerkrankungen (umgangssprachlich Parodontose) sind:

  • Zahnfleischbluten,
  • Schwellungen und Schmerzen im Zahnfleisch (oft verbunden mit Zahnschmerzen),
  • Überempfindlichkeit der Zähne aufgrund freiliegender Zahnwurzeln,
  • unangenehmer Mundgeruch,
  • Entstehung von Zahnlücken infolge von Zahnverschiebungen,
  • lockere Zähne und schließlich Zahnverlust.

Ursachen für Parodontitis

Die Hauptursache für Erkrankungen des Zahnfleisches und tiefer liegender Gewebe ist unzureichende Mundhygiene!

Nicht entfernte bakterielle Plaque verhärtet sich (mineralisiert) und führt zur Bildung von Zahnstein. Die in Zahnbelag und Zahnstein enthaltenen Bakterien verursachen eine Entzündung des Zahnfleisches und zerstören dann, indem sie immer tiefer in das Parodontalgewebe eindringen, die Bänder, die den Zahn im Zahnfach halten, den Alveolarknochen und andere Parodontalstrukturen. In der Folge kommt es zu Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Zahnfleischbluten und in fortgeschrittenen Stadien zu einer Verlängerung der Zähne (Freilegung der Zahnwurzeln) infolge von Knochenabtrag und Zahnfleischrückgang, zur Bildung von Zahnfleischtaschen, zu Zahnlockerung und Zahnverlust.

Ursachen für Parodontitis sind auch:

  • überhängende Füllungen, ausgedehnte Karies,
  • undichte prothetische Versorgungen,
  • Zähneknirschen,

sowie systemische Faktoren:

  • Stress,
  • Rauchen (Nikotin verengt die Blutgefäße und maskiert Entzündungen),
  • Avitaminose,
  • falsche Ernährung,
  • Hormonstörungen,
  • systemische Erkrankungen, z. B. Diabetes, Leukämie.

Sie können eine der Ursachen sein oder den Verlauf einer bereits bestehenden Parodontitis beeinflussen.

Behandlung von Parodontitis

Die Behandlung von Parodontalerkrankungen erfordert Geduld und Engagement seitens des Arztes und des Patienten.

Die Behandlung von Parodontitis erfolgt in drei Phasen:

Phase I – HYGIENE

Das Wichtigste ist, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und mit der Behandlung im Anfangsstadium zu beginnen. Dann reichen professionelle Hygienemaßnahmen aus:

  • Scaling – Entfernung von Zahnstein oberhalb und unterhalb des Zahnfleischrandes,
  • Sandstrahlen,
  • Zahnpolitur,
  • Entfernung von Reizfaktoren (überstehende Füllungen, undichte prothetische Versorgungen),
  • Durchführung einer Mundhygieneunterweisung.

Phase II – KORREKTUR

  • Tiefenscaling – Reinigung der Wurzeloberflächen von bakteriellem Zahnbelag und Zahnstein,
  • Root Planing – Entfernung von infiziertem Wurzelzement und Glättung der Zahnwurzeloberflächen.
  • Möglicherweise sind auch parodontologische mikrochirurgische Eingriffe erforderlich, wie z. B.:

    • Verlängerung der klinischen Zahnkrone,
    • Regenerative Behandlungen von Knochendefekten unter Verwendung von osteogenen Biomaterialien,
    • Gingivoplastik,
    • Abdeckung von Gingivarezessionen,
    • Erweiterung der Zone der keratinisierten Gingiva,
    • Unterbindung des Oberlippen- und Zungenbändchens,
    • Plastik oder Vertiefung des Mundvorhofs.

    Phase III – ERHALTUNG

    Der Erfolg der Behandlung hängt weitgehend vom Patienten selbst und einer regelmäßigen, korrekten Mundhygiene ab.

    Um einen Rückfall zu vermeiden, sind folgende Maßnahmen erforderlich:

    • Strikte Einhaltung der Empfehlungen des Zahnarztes und
    • regelmäßige Kontrolltermine, die individuell nach Bedarf festgelegt werden.

    Denken Sie daran: Gesundes Zahnfleisch ist blassrosa und blutet nicht!


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